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Bericht über das Seminar
Der Aufgang der Menschheit
nach dem gleichnamigen Buch von Herman Wirth, erschienen im Eugen Diederichs Verlag , Jena 1928
Sunnihilt Wellmer, Februar 2006
Das Seminar in diesem Jahr wurde zum Gedenken an Prof. Dr. Herman Wirth durchgeführt, dessen Todestag sich am 16. Februar 2006 zum 25. Male jährt.
Er war der Begründer unserer Gesellschaft. Der jetzige Ehrenvorsitzende Herr Dipl. Ing. Paul Rohkst gab zu Anfang einen Überblick über das Leben, das Werk und die Persönlichkeit von Herman Wirth. Wir können diesen Forscher und Wissenschaftler wohl am angemessensten ehren, indem wir uns sein Werk wiederum ins Gedächtnis rufen.So hatte dieses Seminar zum Ziel, das schwer zugängliche, umfangreiche Werk „Der Aufgang der Menschheit“ gemeinsam in einer Gruppe zu erarbeiten.
Die „Seminaristen“ hatten als Vorleistung ein jeder einen Teil dieses Buches in eigenem Studium zu lesen und zu einem Kurzvortrag zusammen zu fassen. Diese Aufgabe stellte bereits eine hohe Anforderung dar, wie von jedem Teilnehmer betont wurde. An jeden Kurzvortrag schloß sich eine Besprechung des Dargelegten an. Fragen wurden aufgeworfen und gemeinsam zu klären versucht. Folgerungen wurden diskutiert, verschiedene Standpunkte dazu eingenommen. Diese gemeinsame Arbeit erforderte Konzentration und Disziplin, wodurch die Gruppe sich in kleinen Schritten diesem spröden Werk annähern konnte.
Der erste Vortrag zeigte, daß Wirth bei seinen Überlegungen von der Blutgruppen-Forschung ausging, die bei den verschiedenen Menschen-Rassen auf unserer Erde verschiedene Blutgruppen feststellen konnte. Die einzelnen Menschenrassen entstanden bereits im Tertiär, wie Wirth betont. Die weiße Rasse wird von ihm als die arktisch-nordische bezeichnet, die seiner Ansicht nach im heutigen Arktisgebiet entstanden sein muß, als dieses Gebiet ein gemäßigtes Klima hatte und auf der geographischen Breite lag, die heute etwa Mitteleuropa einnimmt. Erst gegen Ende des Tertiärs sei dieses Land mit gemäßigtem Klima durch eine Verschiebung der Kontinente (nach Wegener) und durch eine Polverschiebung unter einem Eispanzer begraben worden.
Die dort ansässigen Menschen – mit der Blutgruppe 0 – seien dadurch gezwungen worden, ihre Heimat zu verlassen. Sie seien dann mit Booten nach Süden und nach Westen geflüchtet. Ihre Blutgruppe sei sozusagen ihre Spur. Denn in Nordamerika finden wir bei einigen Indianerstämmen diese Blutgruppe in höchstem Prozentsatz vor, während sie bei der Bevölkerung Nordeuropas auch noch durchschnittlich von einem Drittel bis zur Hälfte vorgefunden wird.
Passend zu diesem Einstieg in das Thema wurden Berichte vorgelegt, wonach am Tysfjord in Nordnorwegen, 200 km nördlich des Polarkreises, reichliche Funde an tierischem und pflanzlichem Leben zutage kamen, die beweisen, daß diese Region während der Eiszeit relativ warm gewesen sein muß. Überreste von Wölfen legen sogar nahe, daß diese dort Rentiere jagen konnten. Und Rentiere wiederum benötigen einen offenen Boden, auf dem sie grasen können.Auch wurde auf Nordgrönland eine fossile Vegetation mit vielen Kräutern und mehreren Baumarten festgestellt.
Der zweite Referent unseres Seminars legte dar, wie im Verlaufe des Quartärs die Menschen sich im nordatlantischen Raum einleben mußten. Während dieser Jahrtausende entstand aus der Blutgruppe 0 die Blutgruppe A, die ihren „Pol“ noch heutzutage im Norden Europas hat. Ihre reinsten Vertreter sind in der irischen Megalithkultur zu sehen, die nach Skandinavien und Dänemark ausstrahlte. Die Menschen konnten bei ihrer Einwanderung in das nordatlantische Gebiet auch Landverbindungen nutzen, die heute längst im Meer versunken sind. Aber hauptsächlich werden sie in ihren Hautbooten (Fellbooten) unterwegs gewesen sein.
Der indische Forscher Tilak, ein Zeitgenosse Gandhis, wurde vorgestellt. Er hatte in den vedischen Überlieferungen seiner Kultur noch die Erinnerung an die Urheimat im hohen Norden feststellen können. Auswandernde Menschengruppen aus dem Norden müssen auch diesen fernen Subkontinent erreicht haben, dort haben sie sich mit den ansässigen Menschenstämmen vermischt. Indien stellt heute den „Pol“ der Blutgruppe B dar. Diese dunkle Urrasse ist vermutlich schon auf dem Urkontinent Gondwanaland entstanden.
Der folgende Vortrag stellte die Atlantis-Überlieferung nach Plato vor, der den Untergang dieses Landes auf etwa –9.000 datiert. Nach Wirth ist die Elch- (Zwillings-) Epoche von –12.000 bis –10.000 anzusetzen, gefolgt vom Stier-Zeitalter –10.000 bis –8.000. Das darauffolgende Widder-Zeitalter ist in der Überlieferung des Magdalénien nicht mehr nachzuweisen, also sei der Untergang des Kulturzentrums dieser Epoche etwa zu der von Plato überlieferten Zeit anzunehmen.
Das Stier-Zeitalter ist als die kultische Wurzel der atlantisch-nordischen Kultur anzusehen. (Stier, Stelen, Dolmen, Gestirnsbeobachtung, Steinsetzungen, Seefahrt) Die Mythe von einem untergegangenen Land (Atlantis, Avalon, Hyperboräer-Land, Induns Apfelgarten) verbreitete sich über die ganze Welt, da die Menschen auch aus dem nordatlantischen Bereich wieder fliehen mußten.
Ein weiterer Referent berichtete über die Auswanderung der Nordischen auch nach Südwest-Europa, also Südfrankreich und Nordspanien, sowie nach Nordafrika und durch das ganze Mittelmeer hindurch, aber auch nach Nordamerika, wie wir schon hörten. Die Spur der nordischen Seefahrer machte er deutlich am Sprachfeld Ma-uri = Leute am Meer, das in den Namen Mauretanien, Marokko, Mauren, A-murritern, Maori, aber auch in den Fo-moriern und Pommern zu finden ist.
Wirth zeigt Verbindungen auf zum Tifinagh-Alfabet, zu den altsumerischen Hieroglyphen, zu chinesischen Schriftzeichen und zu den Runen. Die Auswanderer aus dem hohen Norden brachten also ihre kultisch begründeten Zeichen in alle die Weltteile mit, in die sie von ihren seetüchtigen Booten getragen wurden.
In Irland berichten die Sagen von mehrere Wellen von Einwanderern, deren eine sich die „Tuatha de Danaan“ nannten. („Leute der Dana“ oder „Volk der Dana“, später Teutonen, Deutsche)
Der nächste Referent leitete den Abschnitt „Das heilige Jahr“ ein mit der Erklärung der Sinnbilder, die sich auf den Welten- oder Lebensbaum als den „Dreher“, „Dorn“, „Baum“ oder „Rad“ beziehen.
Aus der Zweiteilung (Spaltung) des Jahres in die helle und die dunkle Zeit und des Tages in Tag und Nacht gewannen unsere nordischen Vorfahren die Einsicht, daß die Zeit teilbar ist. Durch die ewige Drehung kehren beide Hälften verläßlich und berechenbar immer wieder. Später wurde der Jahreskreis weiter unterteilt, und neue Sinnzeichen für die Teile und für die Stationen des Jahres wurden gefunden. Nur im arktischen Raum, also schon in der Altsteinzeit, konnte beobachtet werden, daß der Sommersonnenwende-Punkt genau im Norden lag, und der Wintersonnenwende-Punkt konnte genau im Süden rekonstruiert werden in der Mitte der sonnenlosen Tage. Also haben sich aus der Hieroglyphe des geteilten Kreises fast alle weiteren Zeichen weiter entwickelt, gleichsam entfaltet.
Ein weiterer Kurzvortrag erklärte, wie aus der Beobachtung der ewigen Drehung allmählich die Vorstellung eines Jahres-Gottes entstand, der mit jedem neuen Zyklus in der Wintersonnenwende (WSW) neu geboren wurde, dann aufsteigend und anwachsend alles zum Sprießen brachte, schließlich als Segen für alle Lebewesen als Gott im Kreuz mit ausgebreiteten Armen die Ernte spendete, um dann wiederum niederzusinken zum Urwasser oder zur Mutterhöhle. An diesem Ort seines Todes wurde auch seine Wiedergeburt gedacht, die ihn zu einem neuen Jahreslauf (year-gear-jera) auferstehen ließ.
Außer den Jahresumläufen scheinen die Menschen aber auch schon die Präzession beobachtet zu haben. Herman Wirth nimmt folgende Zeitalter an:
| Bär-oder Wolfszeit (heute Sternbild Löwe) |
von 16.000 – 14.000 |
| Schlangenzeitalter (Sternbild Krebs) |
von 14.000 – 12.000 |
| Elchzeitalter (Sternbild Zwillinge álces) |
von 12.000 – 10.000 |
| Stierzeitalter |
von 10.000 – 8.000 |
| Widderzeitalter |
von 8.000 – 6.000 |
| Fischezeitalter |
von 6.000 – 4.000 |
Diese Benennungen der Zeitalter beziehen sich auf den Sternenhimmel jeweils zur WSW. Der Jahresanfang wurde im Norden eben in der WSW gesehen. Nach dem Zerfall der atlantischen Kultgemeinschaft wurde später im Orient der Jahresbeginn auf den Frühlingspunkt oder auf seine Nähe verschoben. Deshalb zählte man weiter:
| (jetzt im Frühlingspunkt) wieder ein Stierzeitalter |
von 4.000 – 2.000 |
| ein Widderzeitalter |
von 2.000 – 0 |
| ein Fischezeitalter |
von 0 – 2.000 |
| und ein Wassermannzeitalter |
von 2.000 – 4.000 |
Die Ausführungen des nächsten Mitarbeiters zeigten auf, wie die „Atlanter“ nach Naturkatastrophen auch wieder aus dem nordatlantischen Raum zu einem Teil auswandern mußten. Wie die Sinnbilder vieler Völker beweisen, die Herman Wirth sowohl in Nordamerika, in Westafrika, im Mittelmeerraum, in Sumer, in Indien, ja selbst in China und Polynesien aufspürte, haben die Menschen aus dem Norden auch in der Ferne nicht von ihren Vorstellungen abgelassen. Auch dort, wo die vom Himmel abgelesenen Verhältnisse nicht mehr mit ihrer Überlieferung übereinstimmten, flossen ihre Symbole doch in die Sprach- und Zeichenwelt der neuen Heimat ein, was besonders gut am Sinnbild der Schlange deutlich wird.
Die nächsten Teilreferate befaßten sich genauer mit den einzelnen Zeichen, die Wirth als die Ur-Zeichen erkannt hat. Ihre Entstehung und Erklärung nimmt in diesem Werk breiten Raum ein. Wir können durch Wirths Arbeit einen großen Schatz solcher Sinnbildzeichen aus ältester Zeit und aus aller Welt überblicken und weitgehend auch deuten. Sie stellen einen großen geistigen Reichtum der Menschheit dar. Alle diese Zeichen können im Rahmen dieser Zusammenfassung nicht im einzelnen aufgegriffen werden.
Von den 3 Grundgesetzen der ursprünglichen Sprachbildung berichtete der folgende Vortrag: wie aus einsilbigen Urwörtern durch Ablautung der Vokale (a-e-i-o-u) und durch die Lautverschiebung der Konsonanten von der jeweils „harten“ bis hin zur „weichen“ Aussprache (p-ph-f-v-b oder t-th-d oder k-kh-h-ch-g usw.) sowie durch die Umkehrung von Vokal und Konsonant (ul-lu; an-na; ap-pa usw.) stets neue Wörter gebildet wurden.
Auch die Entstehung der Silben und Wörter erklärt Herman Wirth aus dem religiösen Erlebnis des Jahreslaufes. Sprache und später auch die Schrift sind in der Frühzeit immer eng mit dem Kult verbunden.
An vielen Beispielen können wir erkennen, daß das Alfabet selbst als „heilige Reihe“ und seine mehrfache Wiederholung (z. B. an den Wänden von Grabbauten oder auf Gefäßen) etwa wie ein Gebet aufgefaßt wurde. Eine besondere Bedeutung für die Überlieferung dieser Errungenschaften des Menschen kam immer der Frau zu.
Eine interessante Diskussion stieß der nächste Referent an, als er davon berichtete, wie das „Märchen“ von den Phöniziern als den Erfindern der Schrift entstanden sein könne. Die Phönizier brachten ihre Schrift bei ihrer Fahrt durch das Mittelmeer an die palästinensische Küste nämlich bereits mit, wie man auch im neu erschienenen Buch von Prof. Hauer nachlesen kann. (Schrift der Götter, Orion-Heimreiter Verlag, 2006)
Bei der weltweiten Wanderung der Arktisch-Nordischen vom Hohen Norden immer in Richtung Süden und Westen zunächst in das nordatlantische Gebiet und Jahrtausende später wieder weiter in südatlantische Länder und in alle Welt nahmen sie und ihre Tochterstämme und -völker ihre Symbole, ihre Sprache und ihre Schrift mit, wie die nächsten Vorträge ausführten. Wirth fand nicht nur in den Lauten, in den Zeichen, in den Silben und Worten die Symbolik für den Jahreslauf wieder, sondern sogar in den Zahlwerten und in den Farben.
Das Jahresteilungs-Zeichen wurde von den Auswanderern jeweils der geographischen Situation ihres neuen Lebensraumes angepaßt: es entwickelte sich vom senkrecht durchteilten Kreis zum viergeteilten Kreis, dann zum achtgeteilten Kreis und später in südlichen Breiten zu einem Kreis, der ein flaches Kreuz (ein Doppelaxt-Zeichen) enthält.
Die gesamte Kultur beruhte auf dem kultischen Sonnenjahr, das Kultische beherrschte das Gesamtleben. Zitat:„Das Gottes-Erleben war nicht nur eine Sonntags-Angelegenheit, sondern der Alltag und der Werktag war ein Sonnentag, wie die hochkultischen Festtage des Jahres. Die Entstehung und der Gebrauch der Schrift bei den Völkern atlantisch-nordischer Rasse beruht auf dem rta, der kosmischen Drehung des Jahreslaufes.“ (S. 611)
Alle linearen Alfabete lassen sich letztlich auf die uralte „heilige Reihe“ des Jahreskreises zurückführen, auch das heute von uns benutzte sogenannte lateinische Alfabet. Die Linearschrift ist sozusagen als „Handschrift der nordischen Rasse“ anzusehen.
Ein „Seminarist“ erklärte dazu, daß es sich bei den verschiedenen Wanderbewegungen der nordischen Menschen sicher nicht um eine weltweite Machtergreifung gehandelt haben kann, sondern um die Überlegenheit ihrer Naturerkenntnis und ihrer religiösen Erkenntnisse, die sich daraufhin in alle Welt verbreitet hatten und sich deshalb noch heute nachweisen lassen. Erst im Orient trat allmählich eine primitiver begründete Bilderschrift an die Stelle der alten abstrakten Zeichen.
Es handelte sich bei der kosmischen Religion unserer fernen Vorfahren um eine Laienreligion, die keine Priester brauchte, weil die Gewißheit des ewigen Kreisens, des ewigen Wandels und der ewigen Wiederkehr die Menschen durchdrungen hat und ihnen Geborgenheit gab.
Herman Wirth zitiert zum Schluß seines Werkes aus dem angelsächsischen Runenlied:
Gott ist Anfang jeglicher Sprache, der Weisheit Stütze und der Klugen Trost, und der Menschen jedem Lust und Zuversicht.
Mit diesem Zitat wurde unser Seminar „Der Aufgang der Menschheit“ beendet. Die vielen Gespräche und Diskussionen führten jeden einzelnen Teilnehmer sowie die Seminargruppe als Ganzheit zu einem tieferen Nachdenken über die Ur-Religion, die Ur-Sprache und die Ur-Schrift unserer Menschenart.
Zu den Aussage von Herman Wirth passend wurde am 18.2.06 vom Programm Arte ab 20.40 h eine Sendung mit dem Thema „Die Steinzeit-Amerikaner“ ausgestrahlt:
Prof. Dr. Stanford vom Smithsonian Institute der Universität Washington DC hat festgestellt, daß die hochspezialisierte Kultur der Clovis-(Blatt-)Speerspitzen sich direkt an das Solutréen von Südwest-Frankreich anschließt. An den massenhaft gefundenen steinernen Speerspitzen ist die gleiche ausgefeilte Abschlagtechnik und das gleiche Stilempfinden zu beobachten. Es wurde ausdrücklich festgestellt, daß CroMagnon-Menschen in fellbespannten Booten mit ganzen Familien immer dem Eisrand folgend nach Nordamerika gefahren sein müssen. Nachts seien sie auf große Eisschollen gestiegen und unter ihre umgekehrten Boote gekrochen.
S.Wellmer |